Malerische Umgebung mit waldreichen Seen, märchenhaftes Schlossensemble und ein historischer Kern: Schwerin ist zwar die kleinste deutsche Landeshauptstadt, doch mit ihrem kulturellen Reichtum und dem unverwechselbaren Charme verzaubert die Stadt der sieben Seen jeden – egal ob Einwohner oder Besucher. Das Schloss, auf einer Insel zwischen Schweriner See und Burgsee gelegen, lädt als weithin sichtbares Wahrzeichen zum Verweilen ein. Schwerin setzt aber noch weitere Glanzpunkte. Die Mischung aus Natur und Architektur, Kultur und Geschichte fasziniert. Kleine Altstadtgassen wechseln sich ab mit großen Parkanlagen, imposante Schlossfestspiele mit idyllischem Altstadtfest. Die Spuren der bewegten Geschichte lassen sich heute noch nachvollziehen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schwerin als „Zuarin“ um 1018, Stadtrechte erhielt sie 1160. Damit ist sie die älteste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Entwicklung verlief zunächst rasch. Im 16. Jahrhundert wurde Schwerin repräsentative Residenzstadt. Herzog Johann Albrecht I. führte die kulturelle und wissenschaftliche Blüte herbei, weil er die Landesverwaltung in der Stadt konzentrierte, eine Bibliothek aufbaute, ein Orchester gründete sowie Schulen einrichten ließ. Große Stadtbrände sorgten dafür, dass die Stadt seit dem Mittelalter nur wenig wachsen konnte. Wirtschaftswege waren weit entfernt, Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Residenz nach Ludwigslust verlegt. Erst der Zusammenschluss von Alt- und Neustadt sowie die Rückkehr des Hofes 1837 brachten einen Boom. Die Bevölkerung verzehnfachte sich in fast einem Jahrhundert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss um- und neugebaut, prunkvolle Regierungsgebäude entstanden. Mit der Pauls- und der Weststadt dehnte sich Schwerin nach Westen aus. Während des 2. Weltkrieges blieb die Stadt weitgehend von Bombenangriffen verschont. Als Ziel zahlreicher Flüchtlingszüge nach dem Ende des Krieges wuchs sie weiter, im Nordwesten wurde mit Lankow ein neues Wohngebiet geschaffen. Zu DDR-Zeiten siedelten sich mehrere große Industriebetriebe an, immer mehr Menschen zog es nach Schwerin. 1972 wurde die 100.000-Einwohnergrenze geknackt. Nun war die Bezirksstadt auch Großstadt. Trotz der wirtschaftlichen Probleme und des Einwohnerrückgangs nach der politischen Wende begann die Stadt 1990 mit der Modernisierung. Historische Bauwerke vergangener Jahrhunderte wurden aufwändig saniert, die Altstadt umgestaltet. So hat die alte Residenzstadt ihr unverwechselbares Gesicht bekommen.

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Artikel veröffentlicht am 21.10.2019

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